Reise der Puschkin-Gesellschaft vom 4. bis zum 9. Juni nach Russland

Am 4. Juni übergab Clotilde von Rintelen in einer feierlichen Zeremonie in den Räumen des Moskauer Puschkin-Museums eine Reihe von Familiendokumenten ihrer Urgrossmutter Natalia S. Puschkina, Gräfin von Merenberg sowie ihrer Großmutter  Prinzessin Olga A. Jurjevskaja, Gräfin von Merenberg, Tochter des Zaren Alexander II. Die Übergabe fand ein großes Echo im russischen Fernsehen und den Kulturmedien.

 

Vom 5. bis 7. Juni nahm die Gruppe am Literatur Festival anlässlich Puschkins Geburtstag in Kostroma teil. Die Initiative ging von E. Kurakina und S. Puschkin, einem Verwandten des Dichters und emeritierten Professors in St. Petersburg aus.

Im Rahmen eines Runden Tisches sprach und diskutierte D. Stüdemann über den Einfluss der politischen und philosophischen Strömungen in Deutschland auf den jungen Puschkin. Bernt Hahn las im Rahmen einer literarischen Soiree zusammen mit bekannten Schauspielern aus Moskau und St. Petersburg  aus Werken des Dichters in deutschen Übersetzungen.

 

Das lebhafte Echo auf beide Veranstaltungen fand seinen Niederschlag nicht nur in den Diskussionen zu unseren Beiträgen sondern auch in den regionalen Medien.

 

Zum Abschluss folgte die Gruppe einer Einladung zur Teilnahme an einer ländlichen Feier am Ort eines früheren Puschkinschen Landsitzes bei dem Dörfchen Davydkovo. Nicht nur Schauspieler und Künstler aus der Stadt sondern auch Laien und Literaturliebhaber aus der Umgebung feierten den Dichter in einem bukolischen Fest, wie es seit alters im ländlichen Russland Brauch war und die Zeiten des rasanten Wandels an Orten wie diesem überlebt hat.

Die Gruppe hatte trotz des dicht gedrängten Programms Gelegenheit zum Besuch des Freilichtmuseums mit bedeutenden Beispielen der traditionellen Holzarchitektur des nördlichen Russlands, des  Bojarenmuseums sowie der Ausstellung der mit Kostroma eng verbundenen Romanow-Dynastie im Ipatijev-Kloster.

Kostroma-Reise

Die Rückfahrt nach Moskau gab Gelegenheit zu einem ausführlichen Rundgang durch Jaroslavl' mit seinen bedeutenden Kirchen und Klosteranlagen. In Rostov Velikij am Nerosee,besuchte die Gruppe, den Kreml, nach langjährigen Renovierungen, eine der schönsten und eindrucksvollsten, in altem Glanz wiedererstandenen Burg und Kirchenanlagen Russlands, zu der auch das Spasskij-Jakovljevskij Kloster vor der Stadt gehörte.

 

Vor dem Rückflug am 9. Juni traf die Gruppe in Moskau noch einmal mit E. Bogatyrjov zusammen, um über gemeinsame Projekte im kommenden Jahr zu sprechen.

Als Fazit dieser Reise lässt sich festhalten:

In Zeiten spürbarer Divergenzen und tiefgehender Probleme auf der politischen Ebene sind es die kulturellen, von Menschen getragenen Kontakte, die dazu beitragen, dass das in vielen Jahrzehnten erreichte Verständnis von- und füreinander erhalten bleibt und auch weiter ausgebaut wird. Puschkin, der sich nicht nur als russischer Dichter sondern als Teil einer europäischen Kultur verstanden hat, ist in diesem Sinn ein überaus wichtiger Kommunikator.

© Deutsche Puschkin-Gesellschaft 2018  |Satzung| Impressum | Kontakt

  • YouTube Social  Icon